Yaa Gyasi: Heimkehren

Willst du wissen, was Schwäche ist? Schwäche ist es, jemanden so zu behandeln, als würde er einem gehören. Stärke ist es zu wissen, dass jeder nur sich selbst gehört.

Hier spricht Yaw, ein Lehrer, zu seinen Schülern, wir sind in Ghana kurz vor der Unabhängigkeit 1957. Nur eine von vielen Epochen Schwarzer Geschichte, die Yaa Gyasi in ihrem großen Roman „Heimkehren“ (im Original „Homegoing“) beschreibt. Der Roman begleitet acht Generationen einer Familie, angefangen beim Erscheinen der Kolonisatoren an der Goldküste Ende des 18. Jahrhunderts. Ein Teil der Familie wird als Sklaven in die USA verschleppt, der andere bleibt in Afrika und wie Perlen an einer Kette reiht Yaa Gyasi, die selbst in Ghana geboren und in den USA aufgewachsen ist, die Black history dieser beiden Kontinente aneinander. Ein Historienroman, ein Familien-Epos, wahnsinnig schmerzhaft aber auch heilsam. Ich habe das Buch letztes Jahr im Sommer gelesen, als ich zum ersten Mal zum Entspannen in einen safe space in Brandenburg gefahren bin. Als Schwarze Berlinerin hatte ich nie das Privileg, mich im Umland von Berlin sicher zu fühlen. „Heimkehren“ zu lesen, an diesen schönen Tagen, die ich in der Uckermark verbracht habe, hat mir deshalb extra viel bedeutet.

Jetzt lesen: Yaa Gyasi “Heimkehren”*

Jetzt lesen: Yaa Gyasi “Homegoing”*

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