Wow, dieses Buch verspricht sogar noch interessanter zu werden als ich gedacht hatte! Und das obwohl die Ausgangsidee, eine Schwarze Europäische Identität ohne Bindestrich zu skizzieren allein schon so wahnsinnig schön und heilsam ist.
Im Prolog erzählt Johny Pitts schon tausendundeine Sache, mit der ich mich identifizieren kann: Das Leben in den projects, wo viele Kulturen zusammenleben, die Probleme, die seine Freund:innen zu Crack-Süchtigen und Gefängnisinsassen machten. Vom stabilen Elternhaus, das ihn irgendwie genau davor bewahrt hat. Und vom Kennenlernen seiner Eltern, seiner armen Weißen Mutter, die einen Schwarzen, US-amerikanischen Temptations-Imitator (!) im Club Club kennenlernt.
Und dann schreibt Pitts auch noch direkt am Anfang, dass er dieses Buch „nicht autoritativ in den Diskurs über racial politics“ einführen wollte, sondern versucht hat, „die Reisereportage als Möglichkeit zu nutzen, sich vom Druck der Theorie zu befreien und die geheimen Freuden und Vorurteile anderer, aber auch meine eigenen, als das menschliche Selbst, ehrlich zu enthüllen. Ich will durch sie lernen, mit dem eigenen Schwarzsein und der eigenen Unvollkommenheit wie sie auf dem Papier erscheinen, zufrieden zu sein. Und sie ist ein Versuch, mit dem Persönlichen zu beginnen, um zum Universellen zu gelangen.“
Hab schon nach zwei Kapiteln ganz viel angestrichen und hatte Aha-Momtente en masse. What a humble, smart mind, ich liebe dieses Buch schon jetzt.
Jetzt lesen: Johny Pitts “Afropäisch”*
Johny Pitts “Afropean” (Engl.)*


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